NATIONALPARKZENTRUM
RUHESTEIN

Planung
Architekten der Sturm und Wartzeck GmbH

Fotograf
Henrik Schipper

Ort
Ruhestein, Schwarzwald

Projekt teilen

Auf 915 Meter Höhe über dem Meeresspiegel ist zwischen 2015 und 2021 ein spektakuläres Besucher- und Informationszentrum mit Verwaltungsgebäude entstanden, das Nationalparkzentrum Ruhestein im Schwarzwald. Der Bau dient als zentrale Anlaufstelle mit dem Schwerpunkt Umweltbildung und folgt einer ungewöhnlichen Leitidee: Die Struktur des heimischen Urwalds mit übereinanderliegenden und umgeknickten Bäumen, dem so genannten Totholz. Die außergewöhnliche Architektur ist entlang der Passhöhe des Ruhesteins gekonnt platziert und die bis zu 65 Meter langen Gebäuderiegel ahmen die scheinbar willkürlich gestapelten Totholzstämme nach. Dieses Motiv ist in dem Bau des gesamten Gebäudes übertragen.

Besonderen Wert wurde beim Bauvorhaben auf möglichst geringe Eingriffe in den umgebenden Baumbeständen gelegt. Inmitten von besonders schützenswerten Bäumen des Nationalparks ist der Komplex daher in dem Wald eingebettet und wirkt fast wie eingewachsen.

Ein Schaufenster in der wilden Natur des Schwarzwalds

Im Innenraum, auf einer Gesamtnutzfläche von 3200 Quadratmetern und über vier Stockwerke, wird diese einzigartige Architektur fortgeführt. Von einer Hauptsichtachse aus, die Aus- und Durchblicke über großzügige Glasfronten und Panoramafenstern zulässt, ist von jeder Position im Gebäude aus der dichte Wald erkennbar. Ob im Foyer, in den Funktionsräumen der Ausstellung oder im Skywalk, der direkte Waldkontakt ist vom Wurzelboden bis in die Baumkronen gewollt zu fühlen und zu spüren. Hier haben die Architekten der Sturm und Wartzeck GmbH aus Dipperz die Verzahnung zwischen wilder Natur und modernster Architektur erlebbar gemacht.

Eingebettet in die klaren Formen und Strukturen befindet sich nicht nur das Besucherzentrum und die Nationalparkverwaltung, sondern auch eine Dauer- und eine Wechselausstellung in dem neuen Nationalparkzentrum. Klare LTS Lichtlinien akzentuieren die Geradlinigkeit der einzelnen Bereiche und unterstreichen die gekonnte Mischung aus Tageslichteinfall und Lichtkonzept im Inneren. Der LTS Lichtkanal fügt sich dabei harmonisch in alle Räumlichkeiten des Besucherzentrums ein. Seine langen schlanken Lichtlinien betonen gekonnt die acht langgestreckten und futuristischen Gebäuderiegel. Die stilvoll reduzierte Formensprache des Lichtkanals lässt die hier gewählten Formen der modernen Architektur wirken und setzt diese, je nach gewählter Anordnung, bewusst in Szene. Individualität ist der Wert, der in der Lichtkanal-Familie seinen höchsten Ausdruck findet. Durch die spezifische Konfiguration des Lichtkanals werden bauliche Gegebenheiten berücksichtigt und Anforderungen an die Lichtsituation, Ausstattung und Steuerung passgenau erfüllt.

Durch die Höhenstaffelung der Gebäudeteile, unter Einbeziehung der Baumgruppen, werden die unterschiedlichen Stockwerke erlebbar. Die geöffneten Räume ermöglichen ein sehr großzügiges Raumgefühl. Erfahrbar sind auch die klaren Strukturen, welche durch klare helle Linien und helle Farben geschaffen sind. Die großen Fensterfronten sowie auch gläserne Oberlichter schaffen ringsum den Bezug zum Schwarzwald. Verbaut wurden ausschließlich natürliche Materialien und regionale Hölzer wie zum Beispiel die heimische Weißtanne.

Birgit Rath, Projektleiterin im Amt Pforzheim des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Der Lichtkanal aus dem Hause LTS ist in vier verschiedenen Grundtypen erhältlich. Mit dem Lichtkanal 60 steht außerdem ein System zur Verfügung, das eine direkt-indirekt-Beleuchtung ermöglicht. Das Lichtkanalprofil ist die Basis des Systems und kann eingebaut, angebaut oder abgehängt werden. Ergänzt wird es durch Lichteinsätze, die sich in ihrer Leistung und Farbtemperatur unterscheiden. Mit durchdacht designten Acrylglasdiffusoren, Folien oder der patentierten nanoOptix können sämtliche Beleuchtungsaufgaben gelöst werden. Der LTS Lichtkanal wird in Länge und Form grundsätzlich kundenindividuell und auf Maß angefertigt. Für alle, die eine perfekte Lichtlösung suchen, ist dieses System die passende Antwort.

Brückenbau für scheinbar schwebende Stockwerke

Getragen werden die langen und geraden Gebäuderiegel durch eine ausgeklügelte Tragwerksplanung und durch die Konstruktion aus Holz- und Stahlfachwerken mit minimalen Stützen. Gekonnt werden die Lasten durch seitliche Träger im Beton versteckt. Hier steckt die Meisterleistung darin, Bauelemente aus dem Brückenbau einzubeziehen. Diese Bauweise ist im herkömmlichem Museumsbau nicht zu finden und daher innovativ, eindrucksvoll und einzigartig.

Zu den spektakulären baulichen Highlights zählt der 15 Grad geneigte und 34 Meter hohe Aussichtsturm. Zu ihm gelangt man über den offenen Skywalk, einer Fachwerkbrücke, mit einer Spannweite von 65 Metern. Wie ein Brückenträger konzipiert, endet der Gang auf einer freistehenden Aussichtsplattform über den Baumwipfeln des Schwarzwaldes. Der Einhub des Skywalks wurde auf den Millimeter genau berechnet. Die Bäume wurden auseinander gespreizt und die frei schwebende Brücke eingesetzt. Präzise haben sich die Äste über dem Skywalk wieder geschlossen und das Bauwerk schwebt nun auf 20 Meter Höhe mitten in den Baumkronen.

Optisch ist uns das Bauwerk besser gelungen als wir es ursprünglich geplant haben. Man hat das Gefühl in den Bäumen zu laufen, fast schon - mit dem Ärmel die Natur zu streifen. Möglich gemacht hat das unsere ganz knappe Planung, sodass es scheint, dass die Äste in den Skywalk hineinwachsen.

Jörg Sturm, Architekt

Als wichtiger Eckpunkt der Nachhaltigkeitszertifizierung steht neben dem hohen Anteil an regenerativen Baustoffen und der Gebäudehülle in Passivhausqualität auch das innovative Technikkonzept. So wird die Erdkälte zur geothermischen Kühlung genutzt, Holz als nachhaltiger Brennstoff eingesetzt und Regenwasser zu Kühlzwecken und als zusätzliche unterirdische Löschwasserzysterne verwendet. LTS unterstützt mit seinen nachhaltigen, langlebigen und energiesparenden Leuchten dieses Nachhaltigkeitskonzept. Durch den niedrigen Stromverbrauch und die lange Lebensdauer senken sich die Betriebskosten und der damit verbundene CO2 Ausstoß. Unter anderem sind die LTS Leuchten durch ihre Materialreduktion ressourcenschonende Strahler. Neben den Einsparungen an Rohstoffen forscht LTS kontinuierlich an der Entwicklung innovativer, nachhaltiger Komponenten und Bauteile. Daher sind die LTS Qualitätsprodukte aus Tettnang im Bodenseekreis auch so stimmig für dieses Projekt.

Ureigene Aufgabe: die Natur Natur sein zu lassen

Für die Umweltbildung, die Vermittlung von Wildniswissen und die Förderung der Naturverbundenheit ist das Nationalparkzentrum Ruhestein zur Besucherinformation eingerichtet worden. Es soll Besucherinnen und Besucher auf informative und unterhaltsame Weise mit den Aufgaben des Nationalparks bekannt machen. Der am 1. Januar 2014 gegründete Nationalpark Schwarzwald umfasst ca. 10.000 Hektar Fläche und ist der erste Nationalpark in Baden-Württemberg.

vorheriges Projekt